Strukturreform: Mehr als Rillen- und Kratzputze an der Fassade

Foto: Caparol Farben Lacke Bautenschutz / Martin Duckek / akz-m

Strukturreform: Mehr als Rillen- und Kratzputze an der Fassade

(akz-m) Lange Zeit galten expressive Putzstrukturen als nicht mit Fassadendämmungen kompatibel – und zu kostspielig. Ersteres ist inzwischen ziemlich anders, das Kostenargument gilt allerdings noch immer: Ein dünnschichtiger Kratzputz lässt sich viel schneller applizieren als die Kammzug-Variante, die obendrein noch handwerkliche Erfahrung und Sorgfalt verlangt. Aber die Zeiten ändern sich, die Wertschätzung der Struktur steigt.

Kammzug, Besenstrich und ähnliche handwerkliche Strukturtechniken setzen eine gewisse Putzstärke voraus. Inzwischen ist Schwerkraft zwar nicht abgeschafft, aber besser im Griff. Zumindest bei den Capatect Fassadensystemen von Caparol. Dort hat man eine ganze Reihe von Strukturen auch für Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) entwickelt, getestet und ins Portfolio aufgenommen. Dazu gehören natürlich der Kammzug, natürlich der Besenstrich, aber auch der Kellenschlagputz, natursteinähnliche Anmutungen bis hin zur exotischen Krokodilhaut-Optik. Der Blick in die Datenblätter zeigt, welche Lasten das Dämmsystem aufnehmen muss: Je nach Struktur werden bis zu 3,5 Kilogramm Putz pro Quadratmeter aufgebracht, beispielsweise der mineralische Capatect Modellier- und Spachtelputz 134, der sich auch werksseitig in einem großen Farbenspektrum einfärben lässt.

Eigene Strukturen

Die Bandbreite der Kombinationen aus Putztypen und Bearbeitungswerkzeugen ist enorm – mitunter reicht bereits eine anders gezahnte Kelle, um einen neuen Ausdruck zu erreichen. Ganz wichtig aber: Die Idee muss WDVS-tauglich sein, sonst geht unter Umständen die Systemkonformität verloren. In der Zulassung für WDVS steht der Oberputz drin; wie dieser strukturiert wird, ist nicht festgelegt und eine Gestaltungsfrage. Der Anwendungstechniker von Caparol steht dem Fachhandwerker hierbei mit „Rat und Tat“ zur Seite. Überhaupt sind Muster unverzichtbar, sie sollten aber groß genug sein, um die Struktur erlebbar zu machen (www.caparol.de).

Die Farbe nicht vergessen

Im Moment weist der Trend in eine unfarbige Richtung. Das Caparol FarbDesignStudio beobachtet, dass neben mittleren und dunklen Grautönen derzeit ausgesprochen häufig sehr helle, lediglich mit einem Hauch von Farbe angereicherte Töne präferiert werden. Das Ergebnis sind steinern und natürlich anmutende Oberflächen. Was nicht heißt, dass mit der Farbe nicht ebenfalls noch experimentiert werden kann. Die Strukturreform an Fassaden bei Ein- und Mehrfamilienhäusern ist in vollem Gange.