Diese Fallen drohen jetzt bei Winterreifen

Foto: Continental / akz-m

Diese Fallen drohen jetzt bei Winterreifen

(akz-m) Der Winter zeigt seine Zähne und es ist höchste Zeit, den Wagen winterfest zu machen. Wer neue Pneus braucht, sollte beim Kauf nach echten Winterreifen mit dem sogenannten Alpine-Symbol – ein Berg mit drei Spitzen – Ausschau halten. Nur die damit gekennzeichneten Reifen erfüllen die neuen gesetzlichen Standards des deutschen Gesetzgebers. Die Kennzeichnung M+S für „Mud and Snow“ genügt seit Jahresbeginn 2018 bei Neureifen nicht mehr. Die M+S-Markierung ist rechtlich nicht geschützt und die damit gekennzeichneten Reifen müssen ihre Wintertauglichkeit nicht in speziellen Tests unter Beweis stellen. Hingegen wird das Alpine-Symbol, auch Schneeflockensymbol genannt, nur dann vergeben, wenn getestete Reifen wie etwa die Winterreifen von Continental eine deutlich bessere Traktion erreichen als ein Referenzreifen. Je höher die Traktion ist, desto sicherer ist der „Biss“ des Pneus und desto besser kommt man im Winter auf rutschigem Untergrund voran. Wer derzeit mit M+S-Reifen aus der Produktion bis 2017 unterwegs ist, darf diese noch bis September 2024 fahren.

Die Neuregelung ist vor allem für SUVs wichtig, da ihre Standardbereifung oft nordamerikanischen Gepflogenheiten entspricht und daher häufig nur mit M+S gekennzeichnet ist. Diese Bereifung ist aber meist nur bedingt für winterliche Verhältnisse geeignet und darf daher künftig im Winter nur bei einer zusätzlichen Kennzeichnung mit dem Alpine-Symbol verwendet werden.

Wenn Reifen abgefahren sind

Auch bei der Profiltiefe gilt es aufzupassen. In Deutschland dürfen Winterreifen bis zu 1,6 Millimeter abgefahren sein, wovon Sicherheitsexperten des TÜV allerdings abraten. Bei Schnee und Matsch reicht diese Profiltiefe meist nicht für eine ausreichende Kraftübertragung aus. Zudem darf man damit nicht in Österreich auf winterlichen Fahrbahnen fahren, denn hier ist ein Mindestwert von vier Millimeter Profiltiefe vorgeschrieben.

Bei falscher Bereifung muss man in Deutschland mit einem Bußgeld rechnen: 60 Euro und ein Punkt in Flensburg kostet die Missachtung der Winterreifenpflicht. 80 Euro fallen an, wenn dadurch zusätzlich eine Behinderung und 100 Euro, wenn zusätzlich eine Gefährdung entsteht. Zudem kann die Kfz-Haftpflichtversicherung den Verursacher eines Unfalls bei mangelhafter Bereifung in Regress nehmen. Auch die Kaskoversicherung steigt unter Umständen im Schadensfall bei mangelhafter Bereifung aus. Und neu ist, dass auch der Halter des Fahrzeuges zusätzlich mit einem Punkt und 75 Euro belangt wird, wenn er nicht gleichzeitig der Fahrer ist.