Reicht mein Geld für die Pflege im Alter?

Vorsorge für die Pflege im Alter? Das Thema wird oft auf die lange Bank geschoben. Foto: Photographee.eu / stock.adobe.com / akz-m

Reicht mein Geld für die Pflege im Alter?

(akz-m) 63 Prozent der Bundesbürger über 55 Jahre können nicht einschätzen, wie viel Geld sie für ihre Pflege im Alter benötigen. Das Thema Pflegefinanzierung ist ihnen schlicht zu kompliziert. Das zeigt die Studie „Pflege im Alter 2019“ der mhplus Krankenkasse und der SDK Süddeutsche Krankenversicherung a.G., für die rund 1.000 Bundesbürger ab 55 Jahren befragt wurden.

Zwei Drittel der Studienteilnehmer sind überzeugt, dass eine gute Betreuung im Pflegefall viel zu teuer sei. Aber was tun, wenn der Pflegefall eintritt? Eine finanzielle Unterstützung durch die eigenen Kinder lehnen 69 Prozent der Befragten ab. Vielmehr verlassen sich mehr als die Hälfte auf die gesetzlichen Pflegeleistungen. „Die gesetzliche Pflegekasse ist zweifellos eine solide Basis, um das Pflegerisiko im Alter abzusichern“, sagt Verena Ortmann, Leiterin der mhplus Pflegekasse. „Alle gesetzlich Krankenversicherten zahlen auch automatisch in die Pflegeversicherung ein und haben dadurch einen Anspruch auf gesetzliche Pflegeleistungen. Der Beitrag, den sie zahlen, hängt dabei vom Einkommen ab, wie in einer Solidargemeinschaft üblich.“

Auch privat Krankenversicherte zahlen in die Pflegeversicherung ein. Wie gesetzlich Versicherte erhalten sie die Pflegeleistungen, die der Gesetzgeber vorschreibt. Der Unterschied liegt in der Beitragsgestaltung. Die Beiträge der Versicherten werden risikogerecht kalkuliert, Alterungsrückstellungen sorgen für das mit dem Alter steigende Pflegerisiko vor.

Private Zusatzversicherung schließt Finanzierungslücke

Doch die gesetzlichen Pflegeleistungen reichen häufig nicht aus, um sich gegen finanzielle Risiken rundum abzusichern. Wer dies möchte, sollte an eine private Zusatzversicherung denken. „Eine private Pflegezusatzversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen ist sinnvoll. So kann der Eigenanteil, der ja bei einer Absicherung nur über die gesetzliche oder private Pflegekasse anfällt, deutlich verringert werden“, sagt SDK-Vorstand Olaf Engemann. „Im Idealfall wird die Versorgungslücke sogar ganz geschlossen.“

Denn eines ist sicher: Treffen kann es jeden. Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, bei den 75- bis 80-Jährigen bei zehn Prozent. Bei den 80- bis 85-Jährigen ist bereits jeder Vierte betroffen. Doch Gedanken zur Vorsorge machen sich die meisten erst, wenn es zu spät ist.