Die 20 Leben der Wellpappe

Damit aus gebrauchter Wellpappe später wieder neue hergestellt werden kann, ist unser aller Mithilfe gefragt. Foto: VDW / Unsplash / Toa Heftiba / akz-m

Die 20 Leben der Wellpappe

(akz-m) Die Deutschen lieben ihre Altpapiertonne. Mit sportlichem Ehrgeiz werden in Privathaushalten täglich Verpackungen gefaltet, flachgedrückt, zerkleinert und im blauen Schlund versenkt. Auch der Stoffkreislauf der Wellpappe profitiert von dieser schon in Fleisch und Blut übergangenen Routine – sie trägt zur stolzen Recyclingquote von 95 Prozent des Materials bei. Haushalte, die aktiv mithelfen, leisten so einen wertvollen Beitrag zur Umwelt- und Ressourcenschonung. Worauf es beim Gang zur Altpapiertonne ankommt und wie aus Wellpappe nach ihrer Verwendung wieder neue entstehen kann, zeigt die Reise durch den Stoffkreislauf.

Ein vorbildlicher Kreislauf

Damit aus gebrauchter Wellpappe später wieder neue hergestellt werden kann, ist unser aller Mithilfe gefragt. Nachdem die Verpackung platzsparend in der Altpapiertonne entsorgt wurde, kann der Recyclingprozess beginnen. Die Entsorgungsunternehmen sortieren den Inhalt der Tonnen nach verschiedenen Altpapierqualitäten. Danach geht es in die Papierfabrik. Hier werden die Verpackungen mithilfe moderner Technologien zerkleinert, mit Wasser vermischt und zu einem Faserbrei verarbeitet. Daraus entsteht neues Wellpappenrohpapier – das wichtigste Ausgangsprodukt für Wellpappe. Diesen Recyclingkreislauf können die enthaltenen Papierfasern mehr als 20-mal durchlaufen. Damit aus dem Rohpapier neue Wellpappe wird, werden mehrere Papierbahnen mit einem Leim auf pflanzlicher Basis miteinander verklebt. Mindestens eine dieser Bahnen ist wellenförmig, was dem Material nicht nur sein charakteristisches Profil, sondern auch seinen Namen verleiht. Vor allem aber ist die Welle das Herzstück der Konstruktion. Sie sorgt für die besondere Stabilität der Wellpappe. Die im Verband der Wellpappen-Industrie e. V. organisierten Unternehmen setzen in ihrer Produktion im Durchschnitt bereits zu über 80 Prozent Recyclingpapiere ein. Das spart Ressourcen und macht das Material vergleichsweise umweltfreundlich.

Ein neues Leben beginnt

Die so hergestellte Wellpappe kann wieder zu neuen Verpackungsprodukten verarbeitet werden. Dabei punktet sie insbesondere mit hoher Schutzwirkung bei verhältnismäßig geringem Gewicht – egal, ob als Transportverpackung im Einzelhandel, als Obstschale im Supermarkt oder als Versandbox für Onlinebestellungen. Wellpappe ist also nicht nur ein echtes Stehaufmännchen, sondern auch ein unverzichtbarer Teil unseres Alltags. Wer den Stoffkreislauf der Wellpappe mit richtiger Entsorgung unterstützt, handelt doppelt verantwortungsvoll: Das Recycling schont wertvolle Ressourcen bei der Herstellung. Und effektiv schützende Verpackungen sorgen dafür, dass Ressourcenverschwendung durch Warenverluste in den Lieferketten verhindert wird.