Mit ruhigem Gewissen entsorgen: Kartonverpackungen gehören ins Altpapier

Faltschachteln in der Altpapier-Tonne richtig entsorgt: erfolgreiches Recycling sichergestellt. Foto: Kzenon / stock.adobe.com / akz-m

Mit ruhigem Gewissen entsorgen: Kartonverpackungen gehören ins Altpapier

(akz-m) Noch immer herrscht bei vielen Verbrauchern die Unsicherheit: Sind Kartonverpackungen Altpapier? Die grundsätzliche Antwort: natürlich! Faltschachteln werden zu 100 Prozent aus Holzfaser und Zellulose oder aus aufbereitetem Altpapier hergestellt – man kann sie also ruhigen Gewissens wie Zeitschriften oder Zeitungen über die Altpapier-Tonne entsorgen. Und das sollte man auch: Denn auf diese Weise werden die Faltschachteln vollständig dem Recycling zugeführt – so können aus dem Altpapier wieder neue Kartonverpackungen oder andere Druckprodukte hergestellt werden, wodurch Material gespart und Müll vermieden wird. „Der Konsument macht alles richtig, wenn er Faltschachteln nach der Produktentnahme zum Recycling ins Altpapier gibt“, betont Andreas Helbig, Vorstandssprecher des Fachverbandes Faltschachtel-Industrie (FFI).

Tipp: Beschichtung entfernen

Aber was ist mit Beschichtungen aus Kunststoff oder mit Sichtfenstern? Manchmal tritt die Kartonverpackung nicht in „Reinform“ auf. Bevor Faltschachteln in die Altpapier-Tonne wandern, sollte der Verbraucher prüfen, ob er diese Bestandteile entfernen kann. Weil die Hersteller zunehmend Wert auf Recycling legen, ist dies fast immer problemlos möglich. Ohne große Mühe kann jeder dabei helfen, den Recycling-Prozess so reibungslos wie möglich zu machen. Nur wenn Faltschachteln stark verschmutzt sind – etwa Pizzakartons mit Essensresten –, sollten diese doch besser in der Restmüll-Tonne entsorgt werden.

Wichtig: Auch wenn das Abtrennen der papierfremden Bestandteile zu aufwendig oder gar unmöglich ist, sind Faltschachteln dennoch für das Recycling verwendbar. Das belegt eine wissenschaftliche Untersuchung, die der FFI im vergangenen Jahr durchführen ließ. Danach sind zum Beispiel Kunststoffbestandteile aus Innenbeschichtungen in der Sortierung gut abtrennbar. Die Ausbeute an Faserstoff – ein wirklich wertvoller Rohstoff – verringert sich im Recycling nur um den Anteil an papierfremdem Material.

Damit ist Karton anderen Verpackungsmaterialien überlegen, die wesentlich geringere Recyclingquoten aufweisen. Und nicht nur das: Die Karton-Industrie legt großen Wert auf Nachhaltigkeit. Sie verarbeitet vorrangig Schwachholz, das für die Säge- und Holzindustrie nicht verwendbar ist. Es kommen außerdem keine Hölzer aus tropischen Regenwäldern zum Einsatz. Rund 82 Prozent der Holzfasern, die in Europa zu Karton und Papier verarbeitet werden, stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.