Eigentlich schneidet man die Obstbäume, wenn die Äste noch kahl sind. Doch krankes oder totes Material kann man natürlich auch später entfernen. Dabei im Einsatz: die Amboss-Schere. Foto: Gebr. Schröder GmbH / akz-m
Mit der richtigen Schere durchs Gartenjahr
(akz-m) Bypass und Amboss – Gartenschere ist nicht gleich Gartenschere. Was unterscheidet die beiden? Und welches Modell nutzt man für welche To-dos im Gartenjahr? Dieser kleine Ratgeber gibt einen Überblick.
Die feinen Unterschiede
Bei der Bypass-Schere gleiten zwei Klingen aneinander vorbei und kappen Ast, Trieb und Halm. Ihre Spezialität ist die Feinarbeit. Bei der Amboss-Schere dagegen trifft eine scharfe Klinge in einer ziehenden Bewegung auf eine flache Unterlage, den Amboss – und schneidet so mit wenig Kraftaufwand. Die Sorge, dass Amboss-Scheren frisches Grün quetschen würden, findet Produktmanager Jürgen Usinger meist unbegründet. Er arbeitet bei Original Löwe, dem Unternehmen, das 1923 die Amboss-Schere erfand, und klärt auf: „Ist die Schere gepflegt und von guter Qualität, kann man mit einem Amboss-Modell so gut wie alles schneiden.“ Dennoch gibt es Vorzüge beider Techniken bei manchen Anwendungen.
Im späten Winter
Diese zeigen sich etwa im späten Winter. Frostfreie Tage im Februar sind ein guter Zeitpunkt, um Obstbäume, wie Apfel, Birne und Quitte, zu schneiden. Ziel ist eine luftige Krone, die Licht und Luft an jede Frucht lässt. Hier ist die Amboss-Schere eine gute Wahl, weil sie mit nur wenig Kraftaufwand arbeitet.
Im Frühjahr
Wenn sich die Frühblüher aus der Erde schieben, wird es Zeit, die Beete auf die neue Saison vorzubereiten. Alles wird bodentief abgeschnitten. Alte Staudenstängel und Gräser kappt die Bypass-Schere sehr gut. Auch die Amboss-Schere erledigt den Job ohne zu quetschen – wenn der Amboss eben und die Klinge schmal sind, wie etwa bei den Scheren von Original Löwe.
Im Sommer
Die Forsythien-Blüte ist der Startschuss für den Rosenschnitt. Wie weit die Pflanze gekürzt werden darf, entscheidet die Sorte. Für alle gilt: Der Schnitt wird kurz über einem nach außen zeigenden Auge angesetzt. „Für diese Aufgabe eignen sich beide Scheren sehr gut“, erklärt Usinger. „Putzt man allerdings nach der Hauptblüte im Juni und Juli Verblühtes heraus, greift man am besten zur Bypass-Schere. Mit der Spitze lassen sich filigranere Schnitte setzen.“ Das gilt natürlich auch für den Putz an Stauden und Sommerblumen.
Nach Blüte und Ernte
Manche Sträucher lichtet man am besten direkt nach der Blüte – oder Ernte – aus. Dazu zählen Frühlingsblüher, wie Flieder und Deutzie, und etwa Johannisbeeren. Um sie jung und vital zu halten, schneidet man die ältesten Zweige bodentief heraus. Weil hierbei auch bis ins Erdreich gearbeitet wird, eignet sich die robustere Amboss-Schere klar besser. Diese gibt es übrigens mit zwei verschiedenen Klingenformen – gebogen und gerade. Mehr Informationen gibt es auf www.original-loewe.de.