Von der Streuobstwiese in die Flasche: Ein Schluck bayerische Tradition

Wolfra arbeitet bis heute mit kleinen Obstbauern und Gartenbesitzern aus der Region sowie mit der Genossenschaft Rottaler Obstverwertung zusammen. Foto: Wolfra Bayerische Natursaft Kelterei GmbH / akz-m

Von der Streuobstwiese in die Flasche: Ein Schluck bayerische Tradition

(akz-m) Wenn im Frühjahr die Obstbäume blühen und im Spätsommer die ersten Äpfel reifen, zeigen Streuobstwiesen eine ihrer schönsten Seiten. Gerade in Bayern sind sie vielerorts Teil der Kulturlandschaft, sie bieten Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger und erzählen viel über die Verbindung von Landwirtschaft, Handwerk und Genuss.

Sortenvielfalt, die man schmeckt

Es sind alte Apfel-, Birnen- oder Zwetschgensorten, die Streuobstwiesen zu etwas ganz Besonderem machen. Sie unterscheiden sich in Aroma, Süße, Säure und Reifezeit – und bringen damit eine individuelle geschmackliche Tiefe mit. Vor allem beim Apfel wird das deutlich: Manche Sorten sind mild und süß, andere herb, frisch oder säurebetont. Im Zusammenspiel entsteht ein einzigartiger Charakter, der jedes Jahr ein bisschen anders ist und guten Saft unverwechselbar macht.

Erhalt durch Wertschöpfung

Damit Streuobstwiesen erhalten bleiben, müssen sie bewirtschaftet werden. Bäume und Wiesen brauchen Pflege, Ernten müssen eingeholt und verarbeitet werden. Nur wenn das Obst einen Wert bekommt, bleibt auch die Landschaft dahinter lebendig. Wie diese Verbindung aus Naturschutz, regionaler Wertschöpfung und traditionellem Handwerk schmecken kann, zeigt etwa der Getränkehersteller Wolfra aus Erding. Bei der jährlichen Apfelannahme können Privatpersonen und Obstbaubetriebe ihre Ernte abgeben – Bio wie konventionell – und erhalten im Tausch für unversehrtes Obst eine „Saftgutschrift“ oder finanzielle Vergütung.

Tradition mit Zukunft

Schon die Unternehmensgeschichte von Wolfra begann 1930 mit Streuobstwiesen: Obstbauern der Region sollten ihre Ernte sinnvoll verwerten können, statt überschüssiges Streuobst ungenutzt liegen zu lassen. Bis heute arbeitet das Unternehmen mit Obstbauern, Gartenbesitzern sowie der Genossenschaft Rottaler Obstverwertung zusammen.

Wolfra führt seine Traditionen fort, ist aber nie stehen geblieben. Neben klassischen Säften gehören inzwischen auch Schorlen, Eistees und Limonaden („Alpenkracherl“) zum Sortiment. Der rote Faden bleibt dabei derselbe: Frucht, Herkunft und ein Stück bayerische Genusskultur.