Wenn Urlaub krank macht

Wenn im Urlaub der Stress nachlässt und der Körper plötzlich mit Erschöpfung oder sogar Krankheit reagiert, spricht man von „Leisure Sickness“ – Freizeitkrankheit. Foto: Frank Rossbach / akz-m

Wenn Urlaub krank macht

(akz-m) Viele Menschen freuen sich monatelang auf den Urlaub – und werden ausgerechnet dann krank, wenn endlich Entspannung einkehrt. Dieses Phänomen wird als „Leisure Sickness“, also Freizeitkrankheit, bezeichnet. Sie kann sich z. B. durch leichte Erkältungssymptome, aber auch durch Erkrankungen wie Gürtelrose äußern.

Wie belastend eine Gürtelrose sein kann, weiß auch Ulrich aus eigener Erfahrung. Der heute 66-Jährige erkrankte 2022 bei einer Fahrradtour im Urlaub. Zunächst zeigten sich Bläschen auf der linken Seite der Nasenwurzel und der Stirn. Kurz darauf schwoll die gesamte Gesichtshälfte an; auch ein Auge war stark betroffen. „Über Monate litt ich unter unglaublichen Schmerzattacken“, berichtet er. „Trotz leichter Besserung nach sechs Monaten leide ich bis heute unter Schmerzen, Beeinträchtigungen im Alltag und Konzentrationsproblemen.“

Was ist der Auslöser für „Leisure Sickness“?

„Viele gehen praktisch direkt vom Berufsstress in den Urlaubsstress“, erklärt die Immunologin Prof. Dr. Martina Prelog aus Würzburg. „Gerade dann kommt es auch häufiger zur Reaktivierung von Viren, die bereits im Körper vorhanden sind. Dazu zählt etwa das Varizella-Zoster-Virus, also das Virus, das eine Gürtelrose hervorrufen kann.“

Stress könne dabei eine wichtige Rolle spielen. „Die körperliche Abwehrreaktion wird durch die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen zunächst unterdrückt, was es den Erregern leicht macht, sich im Körper auszubreiten“, so Prelog. „Aber erst wenn der Körper zur Ruhe kommt, wird die Erkrankung spürbar.“

Auch Sonnenschutz ist ein wichtiges Thema

„Ein Sonnenbrand ist keine harmlose Rötung, sondern eine starke Belastung der Haut und des Immunsystems“, warnt Prof. Prelog. „Auch dadurch hat das Gürtelrose-Virus leichteres Spiel und kann reaktiviert werden.“

Wer ist betroffen?

Das Gürtelrose-Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Grund dafür ist die natürliche, altersbedingte Abnahme der Immunfunktion. Auch Menschen mit chronischen Krankheiten zählen zu den Risikogruppen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Gürtelrose-Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren sowie für Personen mit erhöhtem Krankheitsrisiko bereits ab 18 Jahren. Wer unsicher ist, sollte sich in seiner Hausarztpraxis zu persönlichen Vorsorgemaßnahmen beraten lassen. NP-DE-HZU-PRSR-260009; 06/2026