Mehr als ein intelligentes Zuhause: Smarte Technik trägt dazu bei, dass die Energiewende gelingt

Eine Wallbox lädt das E-Auto nachts, wenn die Energienachfrage der Industrie geringer ist. Foto: Halfpoint / istockphoto.com / akz-m

Mehr als ein intelligentes Zuhause: Smarte Technik trägt dazu bei, dass die Energiewende gelingt

(akz-m) Ein Haus, das Energie spart, indem es eigenständig die Beleuchtung und Raumtemperatur anpasst – um solche und ähnliche Visionen geht es häufig beim Begriff Smart Home. Die Technologie kann aber viel mehr: Sie hilft, unser Stromnetz fit für die Energiewende zu machen. Aber wie?

Vernetzte Geräte

Smart Homes sind Haushalte, deren technische Komponenten – wie Haushaltsgeräte und Heizung – intelligent vernetzt sind. Sie kommunizieren miteinander und wirken intelligent zusammen – auch nach außen: Geräte, die viel Strom verbrauchen, werden dann eingeschaltet, wenn im Netz viel Strom verfügbar ist: Die Waschmaschine läuft also an einem Sommernachmittag, an dem viel Solarstrom entsteht. Oder die Wallbox lädt das E-Auto nachts, wenn die Energienachfrage der Industrie geringer ist. Ein Smart Home mit Photovoltaikanlage entscheidet selbst, ob es den erzeugten Solarstrom ins Netz einspeist, direkt verbraucht oder z. B. einen Batteriespeicher lädt.

Zentral für diese vernetzte Energiezukunft ist ein intelligentes Messsystem, ein Smart Meter. Er besteht aus einem digitalen Stromzähler und einer besonders gesicherten Kommunikationseinheit. Smart Meter bilden die Schnittstelle zwischen Stromverbrauchern, -erzeugern und Netzbetreibern. Bis 2032 sollen sie konventionelle Stromzähler größtenteils ersetzen.¹

Intelligente Netze

Sind Energieverbraucher und -erzeuger sowie Netzbetreiber miteinander verbunden, ergibt das ein intelligentes Stromnetz – das Smart Grid. Dieses trägt dazu bei, dass die Energiewende gelingt: Weil Wind und Sonne nicht immer und überall gleichmäßig weht bzw. scheint, gibt es nicht immer gleich viel Strom aus Erneuerbaren. Außerdem werden wir künftig viel mehr Strom verbrauchen als heute, um fossile Energieträger zu ersetzen, beispielsweise mit Wärmepumpen und E-Autos. All dies bedeutet zusätzliche Belastungen für das Stromnetz, denn es muss mit stärker schwankenden und größeren Stromflüssen umgehen.

Im Smart Grid lassen sich Verbrauch und Erzeugung besser aufeinander abstimmen. Das reduziert die benötigte Netzkapazität. Trotzdem werden wir auch unser Stromnetz ausbauen müssen: Denn wir benötigen mehr zusätzliche Netzkapazität, als sich mit intelligenten Technologien einsparen lässt. Der Ausbaubedarf lässt sich mit Smart Grids aber reduzieren – die aktuellen Planungen zum Netzausbau berücksichtigen daher auch schon die Potenziale smarter Technologien.

Weitere Informationen zum Stromnetzausbau als Teil der Energiewende erhalten BürgerInnen bei der Initiative Bürgerdialog Stromnetz unter www.bürgerdialog-stromnetz.de

¹ www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2023/05/20230512-smart-meter-gesetz-final-beschlossen.html