Meningokokken-Erkrankungen bei Babys und Kleinkindern: Impfen kann lebenslange Folgeschäden verhindern

Eine Impfung kann Folgeschäden verhindern. Foto: GSK / akz-m

Meningokokken-Erkrankungen bei Babys und Kleinkindern: Impfen kann lebenslange Folgeschäden verhindern

(akz-m) Es sind vor allem Babys und Kleinkinder, die sich mit Meningokokken anstecken und daran erkranken. Zwar sind diese Fälle sehr selten, sie können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen. Meningokokken-Bakterien können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Trotz Behandlung kommt es bei 20 Prozent der Erkrankten zu Folgeschäden und etwa jede*r Zehnte stirbt infolge einer Blutvergiftung.

Leonie leidet an den lebenslangen Folgen

Als Leonie mit elf Monaten an einer sehr seltenen Meningokokken-Sepsis erkrankt, kämpft das Klinikpersonal fast drei Monate um ihr Überleben. Sie schafft es – trägt jedoch schwere Folgeschäden davon, die sie ihr Leben lang begleiten werden. Das Mädchen ist mittlerweile knapp drei Jahre alt, ein Bein ist stark vernarbt. Solange Leonie wächst, folgen jährliche Operationen, um ihr Bein zu verlängern. Dadurch muss sie immer wieder aufs Neue laufen lernen.

Grippeähnliche Symptome erschweren Diagnose

Tückisch an Meningokokken-Erkrankungen sind die anfangs unspezifischen und grippeähnlichen Symptome, die die Diagnose erschweren. Bei septischen Verläufen kommt es zu kleinen punktförmigen Hauteinblutungen, Blutdruckabfall und Organversagen. Auch Leonies Eltern werden im Krankenhaus zunächst zwei Mal wieder nach Hause geschickt, da anfangs eine Virusinfektion vermutet wird. Erst als Leonie Hauteinblutungen bekommt, fällt der Verdacht auf Meningokokken, der sich dann bestätigt.

Bestmöglicher Schutz vor Meningokokken

Dass es unterschiedliche Impfungen gegen Meningokokken gibt, erfahren Leonies Eltern erst im Nachhinein. Heute wünschen sie sich, dass man sie schon frühzeitig umfassender aufgeklärt hätte. „Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich mich darüber informieren, welche Impfungen zur Verfügung stehen – und nicht nur, welche zum Standard gehören“, sagt Leonies Mutter. Denn die Standardimpfung gegen Meningokokken C kann nicht vor anderen Meningokokken-Gruppen schützen. Für einen umfassenden Schutz stehen zusätzlich mögliche Impfungen gegen die Gruppe B und ACWY zur Verfügung. Die in Deutschland mit über 60 Prozent für die meisten Fälle verantwortliche Gruppe ist B, gefolgt von Y und C. Viele Krankenkassen erstatten die Kosten der zusätzlich möglichen Impfungen. Weitere Informationen auch unter: meningitis-bewegt.de.