Neue Individual-Therapie bei chronischen Wunden

Wunden, die sich langsam oder gar nicht schließen, machen vielen Betroffenen Probleme. Studien zeigen, dass kaltes Plasma einen positiven Effekt auf die Heilung von Wunden haben kann. Foto: Coldplasmatech / akz-m

Neue Individual-Therapie bei chronischen Wunden

(akz-m) Manche Wunden sind hartnäckig. Wunden, die sich nur sehr langsam oder gar nicht schließen, machen vielen Betroffenen dauerhaft Probleme.

In der Medizin gelten Wunden als chronisch, wenn sie innerhalb von acht Wochen nicht abheilen. Solche Wunden sind oft mit hohem Leidensdruck verbunden. Konkret heißt das häufig: Schmerzen und ständiger Juckreiz – auch nachts. Hinzu kommt in vielen Fällen der unangenehme Geruch, den die Wunde verströmt. Betroffene schränkt das in ihrem Alltag erheblich ein.

Es geht keineswegs nur um wenige Einzelfälle: Deutschlandweit leiden jährlich fünf Millionen Menschen an großflächigen, oft chronisch verlaufenden Wunden. Häufige Ursachen sind eine gestörte Durchblutung, ein Druckgeschwür oder eine fortgeschrittene Diabeteserkrankung. Chronische Wunden treten oft am Fuß oder Unterschenkel auf.

Die Behandlung von schlecht heilenden und sich immer wieder öffnenden Wunden durch herkömmliche Wundauflagen ist meist schwierig, oft schmerzhaft und zieht sich in sehr vielen Fällen jahrelang hin. Die Pflegenden, ob zu Hause oder im Heim, stellt die Versorgung der Wunden vor hohe Anforderungen. Sehr oft können solche Wunden durch klassische Auflagen nur versorgt, aber nicht zum Abheilen gebracht werden. Einen echten Wundverschluss erreicht man meist nicht. Das verursacht auch hohe Kosten für die gesetzlichen Krankenkassen.

Wundtherapie mit kaltem Plasma

Vielen Patienten mit chronischen Wunden könnte durch neu entwickelte Verfahren geholfen werden. Seit einigen Jahren erzielt beispielsweise der Einsatz von sogenanntem kaltem Plasma Behandlungserfolge. Bei der Plasma-Therapie wird die Luft zwischen einer biegsamen Silikon-Wundauflage und der Wunde ionisiert, also elektrisch aufgeladen. Diese ionisierte Luft bezeichnet man als kaltes Plasma.

Studien zeigen, dass kaltes Plasma einen positiven Effekt auf die Heilung von Wunden haben kann. Es aktiviert die Regeneration der Körperzellen, wirkt entzündungshemmend und tötet selbst multiresistente Keime ab. Die Anwendung dauert jeweils zwei Minuten und ist schmerzfrei. Erste Resultate können – je nach Größe und Tiefe der Wunde – bereits nach wenigen Behandlungstagen sichtbar werden. Das in Deutschland entwickelte Verfahren wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Die Plasma-Therapie (Informationen: www.coldplasmatech.com) wird von den gesetzlichen Kassen bezahlt und kann per Rezept verordnet werden.