Verständlich erklärt: Gesundheitsschutz beim Stromnetzausbau

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Verständlich erklärt: Gesundheitsschutz beim Stromnetzausbau

(akz-m) Von Stromleitungen gehen elektrische und magnetische Felder aus. Das bereitet vielen Menschen Sorge. Wie sich diese Felder auf den Körper auswirken, welche Grenzwerte gelten und wie es um Mindestabstände bei Höchstspannungsleitungen zu Wohngebieten steht – das erläutert der Bürgerdialog Stromnetz.

Elektrische und magnetische Felder …

… werden von elektrischen Leitungen und Geräten erzeugt: Ein elektrisches Feld entsteht, sobald an einer Stromleitung oder an einem technischen Gerät eine Spannung anliegt. Dafür braucht kein Strom zu fließen. Wenn Strom durch eine Leitung oder ein Gerät fließt, entsteht in der direkten Umgebung zusätzlich ein Magnetfeld.

Die Wirkungen elektrischer Felder auf den menschlichen Körper …

… sind harmlos. Denn elektrische Felder dringen kaum in den Körper ein. Im Alltag bemerken wir elektrische Felder zum Beispiel, wenn Härchen auf unserer Haut vibrieren.

Die Wirkungen von Magnetfeldern auf den menschlichen Körper …

… durchdringen den Körper und können durch elektromagnetische Induktion elektrische Ströme und Felder erzeugen. Sie sind nur schwer abschirmbar.

Zum Schutz vor elektrischen und magnetischen Feldern …

… hat der Gesetzgeber in Deutschland bestimmte Grenzwerte für elektrische und magnetische Feldstärken festgelegt. Sie schützen vor allen nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken, die von elektrischen und magnetischen Feldern bei Gleichstrom (0 Hertz) und Wechselstrom (50 Hertz) ausgehen. Der Gleichstrom-Grenzwert für magnetische Felder beträgt 500 Mikrotesla (μT). Die Wechselstrom-Grenzwerte betragen 5 Kilovolt pro Meter (kV/m) für elektrische Felder und 100 μT für magnetische Felder. Stromleitungen müssen stets so weit von Wohnbebauungen entfernt sein, dass diese Grenzwerte in unmittelbarer Nähe von Wohnbereichen eingehalten werden. Hier gilt aber kein genereller Mindestabstand.

Für neue Freileitungen mit einer Spannung ab 220 kV gilt eine zusätzliche Regelung …

… Hier sieht der Gesetzgeber Mindestabstände von 200 Metern zu Wohngebäuden außerhalb und 400 Metern zu Wohngebäuden innerhalb von Ortschaften vor.

Die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte …

… für elektrische und magnetische Felder ist allerdings auch dann garantiert, wenn diese Freileitungen nah an Wohnhäusern vorbeiführen.

Der Bürgerdialog Stromnetz hat die Aufgabe, umfassend über die Energiewende und den Stromnetzausbau zu informieren und in den aktiven Austausch mit BürgerInnen zu treten. Weitere Infos unter www.buergerdialog-stromnetz.de