Wenn die Angst mitfährt

Die Augen vor Angst-Problemen zu verschließen, ist bestimmt keine gute Lösung. Foto: Goslar Institut / mid / akz-m

Wenn die Angst mitfährt

(mid/akz-m) Statistiken zufolge sollen rund 15 Prozent der Bundesbürger im Lauf ihres Lebens mindestens einmal von einer Angststörung heimgesucht werden. Auch am Steuer – und das kann prekäre Folgen haben. Doch solche Panikattacken sind gut therapierbar, beruhigen Experten.

Häufig sind es Staus, dichter Verkehr auf der Straße, Fahrten auf der Autobahn, über Brücken und durch Tunnels sowie Touren bei Nacht oder schlechtem Wetter, die Angst auslösen. Verbunden ist sie mit Symptomen wie zunehmendem Herzklopfen, Atembeschwerden, Schwindel und anderen massiven körperlichen Beeinträchtigungen. Oft befürchten die Betroffenen sogar, in Ohnmacht zu fallen oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Vielfach erschreckt sie auch die Vorstellung, die Kontrolle über sich und das Auto zu verlieren.

Häufig löst ein hoher Stresslevel einen derartigen Angstanfall aus. Eine als unangenehm empfundene Situation eskaliert. Und im schlechtesten Fall kommt die Erinnerung an ein solches Angsterlebnis zurück, wenn der Betroffene wieder in eine vergleichbare Situation kommt. „Dann kann allein die Furcht vor dem vorangegangenen Angsterlebnis eine neuerliche Panikattacke auslösen“, so die Experten.

Da Autofahrer, die unter Panikattacken leiden, eine Gefahr für sich und andere Verkehrsteilnehmer darstellen können, raten sie diesen Menschen, den psychischen Ursachen der Angststörung mit Hilfe von Fachleuten so schnell wie möglich auf den Grund zu gehen. Denn solche Ängste tendieren dazu, sich auszuweiten: Zuerst ist es „nur“ unangenehm, die Autobahn zu benutzen. Mit der Zeit machen dann auch Landstraßen sowie der Verkehr in der Stadt Angst. Und im schlimmsten Fall vermeiden Betroffene irgendwann grundsätzlich Orte und Situationen mit zahlreichen Menschen – aus Angst, die Panik könnte wieder zuschlagen. Wer rechtzeitig dagegen angeht, erspart sich möglicherweise einschneidende Einbußen an Lebensqualität und verhindert, sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr zu bringen.