Modernisierungsbedarf hoch – Umsetzung stockt
(akz-m) An mangelnder Einsicht unter Immobilien-Eigentümern und Eigentümerinnen liegt es nicht, dass die Modernisierungsquote in Deutschland zu niedrig ist: Die aktuelle LBS‑Modernisierungsstudie zeigt, dass fast zwei Drittel der über 3.000 befragten Immobilienbesitzenden den Modernisierungsbedarf ihrer Wohnimmobilie als mittel bis sehr hoch einschätzen. Konkret plant fast jeder zweite der Befragten in den kommenden drei Jahren eine Modernisierung – meist, um die Wohnqualität oder den Immobilienwert zu verbessern und die Energiekosten zu senken. Allerdings sinkt die Motivation zur Umsetzung mit zunehmendem Alter: Bei den unter 50‑Jährigen planen mehr als die Hälfte in den nächsten drei Jahren Modernisierungsmaßnahmen, bei den über 60‑Jährigen nur noch ein Drittel und bei den über 70‑Jährigen lediglich ein Viertel.
Kosten als zentrales Hindernis
Ein Viertel der privaten Vermieter und Vermieterinnen denkt bei Modernisierungskosten ab 50.000 Euro eher an einen Verkauf als an Sanierung, weil eine ausreichende Mieterhöhung als unrealistisch gilt. Auch andere Befragte nennen hohe Ausgaben bzw. eine ungünstige Kosten‑Nutzen‑Relation als Hauptgrund gegen Modernisierung.
Die Sanierungsquote im Wohngebäudebestand liegt derzeit bei nur 0,67 Prozent, während die Deutsche Energie‑Agentur (dena) für eine spürbare Reduktion des Energieverbrauchs im Gebäudesektor mindestens zwei Prozent fordert. Immobilienexperte Martin Englert betont, dass jede nicht durchgeführte Modernisierung den Immobilienwert gefährdet.
Förderungen essenziell
Eigenkapital und Fördermittel gelten als wichtigste Finanzierungsquellen. Rund zwei Drittel der Selbstnutzenden und drei Viertel der Vermietenden wollen verfügbare Förderungen definitiv oder wahrscheinlich nutzen. Aber 60 Prozent der Befragten finden auch, dass derzeit Gebrauchtimmobilien gegenüber dem Neubau schlechter gefördert werden. Umfassende Modernisierungen erfolgen häufig direkt nach dem Kauf, wenn die Immobilie leer steht. Jungen Familien fehlt dann jedoch häufig das nötige Eigenkapital, um solche Investitionen zu tätigen.
Die Ergebnisse der Studie legen daher nahe, dass ein Ausbau sowie eine Vereinfachung und zielgerichtete Ausgestaltung der Förderprogramme der richtige Weg sind, um echte Entlastung zu schaffen. Weitere Details und einen Podcast zur Studie finden Sie unter presse.lbs.de.