Spezialtiefbauer: Unverzichtbar und hoch im Kurs

Ohne Spezialtiefbauer geht es bei vielen anspruchsvollen Bauvorhaben nicht – entsprechend gut sind die Berufsaussichten in diesem Job. Foto: Depenbrock / akz-m

Spezialtiefbauer: Unverzichtbar und hoch im Kurs

(akz-m) Sie arbeiten dort, wo andere nicht hinkommen – unter der Erde, wo jeder Zentimeter über Erfolg oder Scheitern eines Bauprojekts entscheidet: Spezialtiefbauer sind die Problemlöser der Branche. Wenn weicher Boden, drückendes Grundwasser oder instabile Verhältnisse konventionelle Baumethoden an ihre Grenzen bringen, kommen sie ins Spiel. Ob bei spektakulären Hafenprojekten, gigantischen LNG-Terminals oder imposanten Brückenbauwerken: Ohne ihr Können würden diese Vorhaben buchstäblich im Boden versinken. Dabei nutzen sie modernste Technologien, um Spundwände zu rammen, Pfähle zu setzen oder Baugruben zu sichern.

Wichtige Leistungen, denn auf die Arbeit der Spezialtiefbauer bauen die anderen Gewerke auf – wortwörtlich. Ihre vielfältigen Aufgaben führen sie zwar im Untergrund aus, aber ihre Berufsaussichten sind alles andere als unterirdisch: Weil Spezialtiefbauer für viele Bauvorhaben unverzichtbar sind, ist der Bedarf groß. Das bedeutet gute Berufsaussichten für Azubis in diesem Arbeitsfeld. Achim Sydow, Ausbildungsleiter beim Bauunternehmen Depenbrock (www.depenbrock.de), erklärt, was Interessenten mitbringen sollten.

Technik-Interesse und Teamgeist gefragt

Spezialtiefbauer machen keine „Handarbeit“. Maschinen und Geräte erleichtern ihnen die meisten Aufgaben – deshalb ist ein ausgeprägtes Technik-Interesse wichtig. Spezialtiefbauer zu sein heißt außerdem, sich als Teil eines Teams zu verstehen. Soziale Kompetenzen und Teamfähigkeit spielen deshalb eine große Rolle. Ebenso wichtig sind Zuverlässigkeit und Genauigkeit, um die Qualität und Sicherheit der Bauwerke zu gewährleisten.

Etwas Mathe und handwerkliche Fähigkeiten helfen

Grundlegende Mathematik-Kenntnisse sind für die Durchführung von Bauprojekten unerlässlich. Spezialtiefbauer müssen in der Lage sein, Berechnungen durchzuführen und technische Zeichnungen zu lesen und zu verstehen. Handwerkliches Geschick ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung, denn es hilft ihnen, mit den verschiedenen Werkzeugen und Maschinen umgehen und präzise arbeiten zu können.

Für die Ausbildung zum Spezialtiefbauer setzen Arbeitgeber im Normalfall einen Hauptschulabschluss voraus. Ein höherer Abschluss wie die mittlere Reife (Realschule) kann aber die Chancen auf eine Ausbildungsstelle erhöhen.

Die Regelzeit für die Ausbildung zum Spezialtiefbauer beträgt drei Jahre. Nach dem Abschluss winken gute Karrierechancen: Gesellen mit Berufserfahrung und zusätzlichen Qualifikationen können sich beispielsweise zum Vorarbeiter, Werkpolier oder geprüften Polier weiterbilden.