Rhesusaffen werden häufig als Haustiere in Social Media dargestellt. Die Aufnahme zeigt: In ihrem natürlichen Lebensraum – und nur dort – sind sie zu Hause. Foto: Wikimedia Commons / Giles Laurent CC BY-SA 4.0 / akz-m
Leid beginnt auf Social Media: Wer Wildtiere liebt, lässt sie in der Wildnis
(akz-m) Äffchen in Kinderkleidung, Wildkatzen im Bett oder Otter im Wohnzimmer: Immer wieder sorgen Fälle für Aufsehen, bei denen Wildtiere als Haustiere gehalten werden. Woher rührt der Wunsch? Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) macht auf die Probleme bei der Darstellung von Wildtieren in Social Media aufmerksam und gibt Tipps zum Umgang mit diesen Inhalten.
„Die private Haltung von Wildtieren ist ein zunehmend großes Problem für den Tierschutz“, sagt Wiebke Plasse, Leiterin Kommunikation der WTG. Denn nur in der Wildnis können sie ihre natürlichen Bedürfnisse wirklich ausleben. Das Problem weitet sich aus, wenn das Leben privat gehaltener Wildtiere in den sozialen Netzwerken unkritisch gezeigt wird. „Solche Profile haben oft viele Follower*innen. Hier ist die Gefahr groß, dass sie zur Nachahmung anregen, was zum Leid immer neuer Wildtiere führt.“
Eine Analyse von SMACC, einem internationalen Bündnis gegen Online-Tierleid, dem die Welttierschutzgesellschaft angehört, belegte anhand von mehr als 80.000 Beiträgen in den sozialen Netzwerken aus 2024, dass Wildtiere in Haustierhaltung zu den Top 3 der festgestellten Tierleid-Themen zählt.
Wildtiere werden in den Netzwerken als niedlich oder lustig dargestellt. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich oft Leid, Gewalt und Ausbeutung. Wer Wildtiere liebt, lässt sie in der Wildnis – und geht sehr bewusst mit Beiträgen um, die anderes darstellen. Die Empfehlung: Inhalte von Wildtieren als Haustiere sollten an die Netzwerke gemeldet werden. Jede andere Reaktion auf problematische Inhalte – beispielsweise auch ein Wut-Emoji – kann die Tierquälerei fördern, da es die Reichweite der Beiträge erhöht.
Doch das engagierte Melden ist nicht alles, denn in genannter Analyse zeigte sich, dass nur ein Drittel der Beiträge auch entfernt wurde. „Es liegt vor allem in der Verantwortung der sozialen Netzwerke, dem Tierleid konsequent Einhalt zu gebieten. Wir setzen uns – auch politisch – dafür ein, dass die Netzwerke endlich entschieden handeln“, so Plasse.
Eine stimmenstarke Petition hilft dabei. Sie können mit Ihrer Unterschrift dazu beitragen: https://welttierschutz.org/petition