Behandlungsmöglichkeiten im Vergleich: Es geht auch sanfter

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Behandlungsmöglichkeiten im Vergleich: Es geht auch sanfter

(akz-m) Ob beim Bandscheibenvorfall, bei Schmerzen im Knie oder Beschwerden rund um die Gebärmutter: In deutschen Krankenhäusern wird mitunter schnell zum Skalpell gegriffen. Häufig auch dann, wenn für den Patienten ebenso sanftere Alternativen zur Operation möglich wären. So gibt es zum Beispiel für Frauen, die an einer starken Regelblutung (Menorrhagie) leiden, meist mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Ist die Familienplanung abgeschlossen, kommen in bestimmten Fällen sowohl eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) als auch die Verödung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation) infrage. Um Aufschluss über Erfolg und die Nachwirkungen dieser beiden Verfahren zu erhalten, wurden sie vom internationalen Forschungsnetzwerk Cochrane Collaboration verglichen. Die Studie enthält eine Untersuchung, bei der Frauen, die sich entweder einer Endometriumablation oder einer Hysterektomie unterzogen hatten, nach einem Jahr zum Erfolg ihrer Behandlung und dem Wohlbefinden befragt wurden.

Die Ergebnisse: Nach der Verödung der Schleimhaut fielen bei 89 von 100 Frauen die Blutungen deutlich schwächer aus. Allerdings ließen sich 20 von 100 Frauen zwei Jahre nach dem Eingriff erneut operieren. Bei den Studienteilnehmerinnen, deren Gebärmutter entfernt worden war, hörten die Blutungen ganz auf. Es kam jedoch nach dem Eingriff häufiger zu Komplikationen. 32 von 100 Frauen hatten nach einer Hysterektomie eine Blutvergiftung, Fieber oder brauchten eine Bluttransfusion. Bei der Endometriumablation waren es nur sechs von 100 Frauen.

Eine moderne Form der Endometriumablation ist die Goldnetz-Methode. Bei dem minimal-invasiven Verfahren wird die blutungsverursachende Gebärmutterschleimhaut durch Hitze verödet. Die Gebärmutter selbst bleibt erhalten. Wichtige Voraussetzung: Die Familienplanung muss abgeschlossen sein, da eine Schwangerschaft nach dem Eingriff vermieden werden muss. Mehr Infos unter www.starke-regelblutung.de. Nach der Hysterektomie beträgt die Genesungszeit mehrere Wochen. Nach einer Endometriumablation haben die meisten Frauen nur geringe Beschwerden und sind bereits nach zwei bis fünf Tagen wieder fit für den Alltag. Frauen, die aufgrund einer starken Regelblutung eine Gebärmutterentfernung in Betracht ziehen, sollten auf jeden Fall mit dem Frauenarzt die Vor- und Nachteile des Eingriffs gründlich gegeneinander abwägen.