Ein Pieks für mehr Sicherheit: Blutarmut rechtzeitig entdecken und behandeln

Arzt klärt Patient und Angehörige über das Risiko einer unerkannten Anämie vor einem operativen Eingriff auf. Foto: JackF / fotolia.com / akz-m

Ein Pieks für mehr Sicherheit: Blutarmut rechtzeitig entdecken und behandeln

(akz-m) Von den rund 16 Millionen in Deutschland jährlich durchgeführten Operationen im Krankenhaus sind eine Vielzahl planbare Eingriffe. Es besteht also kein akuter Notfall.

Patienten können sich in Ruhe auf den Eingriff vorbereiten und im Vorfeld offene Fragen mit ihrem Hausarzt und mit dem Klinikpersonal klären.

Auch besteht für die behandelnden Ärzte die Möglichkeit, vorab Patienten zu identifizieren, die an einer Blutarmut (Anämie) leiden und diese zu therapieren. Denn unbehandelt kann eine Anämie negativen Einfluss auf das Ergebnis der Operation haben und zu längeren Klinikaufenthalten führen.

Bluttest bringt Sicherheit

Eine Analyse des Blutes, die lediglich mit einem kleinen Pieks zur Blutabnahme verbunden ist, kann Aufschluss darüber geben, ob eine Anämie vorliegt. Der entscheidende Indikator hierfür ist der Hämoglobin-Wert (Hb-Wert). Scheuen Sie sich nicht, die behandelnden Ärzte explizit darauf anzusprechen und diese wichtige Voruntersuchung gegebenenfalls einzufordern.

Etwa die Hälfte der Anämien ist durch einen Eisenmangel (Eisenmangelanämie) bedingt. In diesen Fällen kann die Gabe von Eisen die körpereigene Blutbildung anregen.

So können Bluttransfusionen, die für das Immunsystem belastend und oftmals mit einer gestörten Wundheilung und/oder erhöhten Infektionsraten verbunden sind, reduziert oder sogar ganz vermieden werden.

Empfohlenes Behandlungskonzept

Blut sichert die gleichmäßige Versorgung des Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen. Im Krankenhaus gilt es, im Interesse der Patientensicherheit die wertvolle Ressource Blut vor, während und nach dem Eingriff zu schonen. Hierfür steht das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Behandlungskonzept Patient Blood Management (PBM).

Das Konzept besteht aus über 100 Einzelmaßnahmen, wie zum Beispiel der Verwendung kleinerer Röhrchen zur Blutentnahme. Ziel ist neben der Anämieprävention stets, die körpereigenen Blutreserven zu schonen und den unnötigen Einsatz von Blutkonserven zu vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema Patient Blood Management finden Sie online unter www.pbm-academy.de