Stromspeicher oder Stromnetzausbau? Wir brauchen beides!

„Grüner“ Strom unterscheidet sich vom Strom aus konventionellen Quellen: Weil er von Wind und Sonne abhängt, steht er nicht konstant zur Verfügung. Darauf muss das Energiesystem vorbereitet sein. Foto: anyaivanova / istockphoto.com / akz-m

Stromspeicher oder Stromnetzausbau? Wir brauchen beides!

(akz-m) Um die schwankende Produktion von erneuerbarer Energie auszugleichen, müssen wir Stromspeicher und Stromnetze ausbauen.

„Grüner“ Strom unterscheidet sich vom Strom aus konventionellen Quellen: Weil er von Wind und Sonne abhängt, steht er nicht konstant zur Verfügung. Darauf muss das Energiesystem vorbereitet sein und benötigt vor allem einen größeren Puffer für den räumlichen und zeitlichen Ausgleich.

Jede Speichertechnologie hat ihre Vor- und Nachteile

Einen solchen Puffer verschaffen uns Stromspeicher: Wenn mehr Strom verfügbar ist, als die VerbraucherInnen benötigen, wird der überschüssige Strom in Speicher geleitet. Dort steht er dann zur Verfügung, wenn das Netz zusätzlichen Strom benötigt. In der Realität ist es allerdings häufig schwierig, Strom effizient zu speichern.

Eine bewährte Technologie sind Pumpspeicherkraftwerke. Deren Potenzial in Deutschland ist aber schon weitgehend ausgeschöpft.

Batteriespeicher für den Hausgebrauch

Bei den Batteriespeichern handelt es sich im Prinzip um große Akkus. Ein typischer Anwendungsfall sind Einfamilienhäuser mit Fotovoltaikanlagen: Solarstrom, der tagsüber nicht benötigt wird, füllt den Batteriespeicher. Dieser gibt ihn nachts wieder ab. Die Kapazitäten von Batteriespeichern sind allerdings begrenzt: Für Einfamilienhäuser eignen sie sich gut; in größeren Maßstäben lassen sie sich meist nicht wirtschaftlich betreiben. Eine tagelange Dunkelflaute – wenn die Sonne kaum scheint und der Wind nur schwach weht – lässt sich mit ihnen nicht überbrücken.

Beim grünen Wasserstoff hat die Industrie Priorität

Eine Technologie, die theoretisch größere Mengen Energie speichern könnte, ist „grüner“ Wasserstoff: Es braucht jedoch beträchtliche Mengen an Energie, um Wasserstoff herzustellen, ihn anschließend zu speichern und dann wieder in Strom umzuwandeln. Für gewisse industrielle Prozesse ist er notwendig. Bei der Stromversorgung ist es effizienter, den „grünen“ Strom über das Stromnetz dorthin zu transportieren, wo er benötigt wird.

Mehr Speicher, leistungsfähigere Netze

Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir Speicher als Puffer. Sie ersetzen allerdings nicht den Ausbau der Stromnetze, die ebenfalls als Puffer durch einen regionalen Ausgleich wirken. Denn die großen Energieverbraucher befinden sich oft nicht in den Gegenden, die viel erneuerbaren Strom produzieren. Der Strom – ob gespeichert oder nicht – muss dorthin, wo er gebraucht wird. Die Energiewende benötigt also beides: mehr Stromspeicher und ein leistungsfähigeres Stromnetz.