Wenn aus Kartoffelstärke Farbe wird: Ein Naturprodukt für die Wand

Handwerker erzielen mit der Innenwandfarbe, bei der das bisherige vollsynthetische Bindemittel durch Kartoffelstärke ersetzt wurde, dieselben Ergebnisse auf höchstem Niveau. Foto: Caparol / akz-m

Wenn aus Kartoffelstärke Farbe wird: Ein Naturprodukt für die Wand

(akz-m) Von Zeit zu Zeit brauchen die eigenen vier Wände einen frischen Anstrich. Hierbei rückt in unseren Köpfen seit Jahren das Gesundheits- und Umweltbewusstsein mehr und mehr in den Vordergrund. Die Frage, die uns beschäftigt, ist, welche Eigenschaften haben die verwendeten Produkte. Weniger Schadstoffe in den Räumen, in denen wir uns aufhalten, schützen nicht nur Allergiker, die mitunter besonders sensibel auf Inhaltsstoffe reagieren.

Weiße Innenfarben sind zumeist Dispersionsfarben auf Wasserbasis. Bindemittel ermöglichen dabei eine gleichmäßige Mischung aus den Weiß-Pigmenten und Wasser. Bei der Innenwandfarbe „PlantaGeo“ wird das bisherige vollsynthetische Bindemittel durch modifizierte Kartoffelstärke ersetzt. Caparol ist der einzige Farbenhersteller in Deutschland, dem es bisher gelungen ist, aus einem Abfallprodukt ein hochwertiges Bindemittel herzustellen – ohne anstrichtechnische Nachteile. Während herkömmliche Bindemittel vollsynthetisch aus Rohöl hergestellt werden, ist es dem Experten-Team um Dr. Johannes Westmeier gelungen, den Rohölanteil durch modifizierte Kartoffelstärke zu ersetzen. „Stärke ist schon seit Jahrhunderten als Bindemittel bekannt, etwa für Kleber oder als Leim“, sagt der Laborleiter. Die hochdeckende Innenfarbe eignet sich für alle Neu- und Renovierungsanstriche. Die Innovation geht nicht zu Lasten der Qualität, die Innenwandfarbe wird den Ansprüchen von Profis gerecht. „Handwerker können dieselben Ergebnisse auf höchstem Niveau erzielen, wie sie das von unseren Produkten gewohnt sind“, sagt Westmeier (www.caparol.de/im-fokus/capageo).

Umweltfreundlich und nachhaltig

Und das mit einem guten Gewissen, denn die Farbe ist umweltfreundlich und nachhaltig: Die Stärke ist ein Abfallprodukt aus der Nahrungsmittelproduktion. „Bevor Unternehmen Kartoffeln zu Pommes frites oder Chips verarbeiten, werden sie geschält und gewaschen“, erklärt Westmeier. Dabei gelangt viel Stärke ins Wasser. Diese wird von einem Lieferanten zurückgewonnen und als Ausgangsstoff für das neuartige Bindemittel verwendet. Ein toller Synergieeffekt, denn bisher war das Waschwasser ein Abfallprodukt. Die Herstellung der Farbe steht somit in keiner Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Westmeier ist stolz auf das Ergebnis: „Wir haben den Anspruch, einen Beitrag dazu zu leisten, von fossilen Rohstoffen wegzukommen“.