Umweltbewusst Zeit sparen: Das Rad neu erfunden

Foto: Kwiggle / akz-m

Umweltbewusst Zeit sparen: Das Rad neu erfunden

(akz-m) Der Weg vom Vorort oder Stadtrand in die Innenstadt und wieder zurück: täglich für viele ein großer Zeitaufwand. Öffentliche Verkehrsmittel versprechen Schnelligkeit. Doch diese müssen auch erst erreicht werden. Schließlich hat nicht jeder eine Haltestation vor seiner Haustür. Viele Pendler greifen daher in Deutschland noch immer zum Auto – wohl wissend, dass sie damit regelmäßig im Stau stehen und die Luft belasten. Doch es geht auch anders.

Ein Rad muss unter Sitze in öffentlichen Verkehrsmitteln passen

Ein Hannoveraner Start-up brachte 2020 das Kwiggle auf den Markt – das kompakteste Faltrad der Welt. „Wenn ich vom Stadtrand in die City muss, fahre ich 2 Kilometer bis zur nächsten Straßenbahnstation, falte das Rad zusammen und schiebe es unter meinen Sitz. Es steht nicht störend im Gang und kostet keine Extragebühr. Nach 12 Stationen radele ich die letzte Strecke. Niemand ist schneller und umweltbewusster am Ziel. Autos schon gar nicht“, sagt der Ingenieur Karsten Bettin, Chef der Kwiggle Bike GmbH.

Bettin wollte mit seiner Erfindung nicht etwa ins Guinness-Buch der Rekorde. Die einzigartige Kompaktheit entstand vielmehr durch den Plan, das Rad überall unterbringen zu können. Umfragen zufolge nehmen nämlich wenige Menschen ihre Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln mit, weil sie störend im Gang stehen und nicht vernünftig abgestellt werden können – und weil in vielen Großstädten teure Extragebühren fällig werden. Das Bike passt als weltweit einziges Faltrad nun unter Bus- oder Bahnsitze – und zwar gebührenfrei. Es lässt sich so kompakt falten, dass es sogar in Schließfächern oder im Handgepäck von Flugzeugen Platz findet (kwiggle.odoo.com).

Zeitersparnis für Berufspendler

Neben dieser Herausforderung galt es, dem Fahrrad überzeugende Fahreigenschaften zu verpassen. Das scheint mehr als gelungen zu sein: Das Magazin Der Spiegel testete jüngst das Rad 2 Wochen in Berlin und war beeindruckt. „Nachfragen kommen vor allem von Berufspendlern aus großen Städten dieser Welt. Denn immer mehr Menschen sind genervt von Staus und Parkplatzsuche. Vorstädter, ohne Öffi-Anbindung, haben es platzsparend im Kofferraum, parken kostenlos am Cityrand und radeln dann die letzten Kilometer. Aber auch Camper oder Flugreisende schätzen die Kompaktheit“, so Bettin.

Das Rad ist technisch aufwendig und hat viele Patente. Beispielsweise eine spezielle Übersetzung, die es trotz der kleineren Räder ermöglicht, mühelos genauso schnell zu fahren wie mit einem Cityrad. Das 8.5 kg leichte Rad lässt sich gut tragen oder mittels Trolley-Funktion bequem ziehen. Zudem liefert der Hersteller auch eine Tasche, in der man es über die Schulter hängen kann.