Ausbildung für kreative Generalisten: Von der Hochschule zum Goldschmied

Jede Arbeit ein Unikat. Glenn Hynek gefällt genau das an seiner Ausbildung. Foto: BMBF / Stefan Schejok / akz-m

Ausbildung für kreative Generalisten: Von der Hochschule zum Goldschmied

(akz-m) Proben? Ist nicht. An seiner Ausbildung liebt Glenn Hynek die Herausforderung. Wenn er zum Beispiel den Schmuck eines Kunden zusammenlötet. „Man hat nicht drei Versuche, sondern nur einen. Das muss sitzen, beim ersten Mal.“ Löten ist Präzisionsarbeit und erfordert absolute Konzentration. Glenn Hynek ist angehender Goldschmied – sein, wie er sagt, „absoluter Traumberuf“.

Nach dem Abitur hatte der 24-Jährige erst einmal kein konkretes Ziel vor Augen. Er begann an der Hochschule Rhein-Waal Environment and Energy zu studieren. Ein „superinteressanter Studiengang“, wie er heute noch sagt. Die Klasse war international, unterrichtet wurde auf Englisch. Für Hynek, der neben Englisch etwas Spanisch und Tschechisch spricht, kein Problem, aber „das Praktische hat gefehlt“. Nun arbeitet er in einer Goldschmiede im Raum Duisburg. Er arbeitet Schmuckstücke um, übernimmt Reparaturen, lasert Ketten zusammen, passt Ringe in der Größe an, skizziert Entwürfe. Ihn begeistern die vielen Fortbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten, die ihm seine Ausbildung bietet: „Es gibt zum Beispiel eine traditionelle japanische Schmiedetechnik, die aus dem Schmieden von Damastschwertern entstanden ist – die möchte ich unbedingt lernen!“ „Mokume Gane“ heißt das auf Japanisch, und seine Augen leuchten.

Als Goldschmied braucht man vor allem ein räumliches Vorstellungsvermögen. Man muss in der Lage sein, ein aufgespanntes Sechseck konstruieren zu können, sagt Hynek. Außerdem gehören neben handwerklichem Geschick auch Lösungsorientierung und Kommunikationsfähigkeit zu den wichtigsten Voraussetzungen. Der Beruf bietet ihm ein großes Spektrum: von der Beratung über die Kreation und die Fertigung des Schmuckstücks bis hin zur Präsentation. Besonders reizt ihn die Arbeit am Rohmaterial. „Man schmilzt alte Ringe oder Schmuck ein, fängt wieder bei null an und erschafft etwas gänzlich Neues.“

Sein Ziel ist, seinen Meister zu machen und eines Tages selbst die nächste Generation an Goldschmiedinnen und Goldschmieden auszubilden. Erfahrung in der Wissensvermittlung hat er bereits durch verschiedene Praktika im pädagogischen Bereich gesammelt – wie sein Ausbildungsberuf ist Glenn Hynek sehr vielseitig.

Über weitere spannende Ausbildungsberufe mit Zukunft informiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Kampagne „Du + Deine Ausbildung = Praktisch unschlagbar!“ unter www.praktisch-unschlagbar.de